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Feste Zahnspangen

Festsitzende Zahnspangen bestehen aus kleinen Plättchen (Brackets), die einzeln auf die Zähne geklebt werden. Bewegt werden die Zähne durch einen Bogen (Draht), welcher die Brackets miteinander verbindet. Diese Geräte heißen entweder traditionell „Multibandapparatur“ oder in ihrer heutigen Ausführung „Multibracketapparatur“.

Die Behandlungsmethode in ihrer heutigen Form wurde vor über 50 Jahren in den USA entwickelt und seitdem ständig verbessert. Während man mit losen Spangen in erster Linie über das Wachstum der Patienten die Kieferentwicklung steuern kann, sind feste Spangen universeller einsetzbar. Es können sowohl Wachstumsprozesse gefördert als auch genaue Bewegungen einzelner Zähne durchgeführt werden. Die feste Spange bleibt während der gesamten Behandlung im Mund. In dieser Zeit ist besonders auf intensive Zahnpflege zu achten. Zum optimalen Schutz sollte die Zahnoberfläche versiegelt werden (Bracketumfeldversiegelung) und zusätzlich regelmäßige Prophylaxemaßnahmen durchgeführt werden.

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Bracketumfeldversiegelung

Während der Behandlung mit festsitzenden Spangen ist die Mundhygiene deutlich erschwert. Zähneputzen dauert länger und ist technisch aufwendiger, was gerade in der Anfangszeit Schwierigkeiten bereiten kann. Um der Gefahr von Entkalkungen und Karies durch eine übermäßige Anlagerung von Zahnbelag und Zahnstein an den durch die feste Spange gebildeten Nischen entgegen zu wirken, empfiehlt es sich, das Bracketumfeld mit einem „Schutzschild“ aus einem transparenten speziellen Kunststoff zu versiegeln. Somit besteht weniger Anhaftungsmöglichkeit auf den Zähnen. Die Oberfläche ist glatt und Beläge können sich weniger schnell bilden. Wenn Beläge entstanden sind, können diese bis zu ihrer Entfernung weniger Schäden am Zahnschmelz anrichten. Da die Beläge Voraussetzung für die Entstehung von Karies sind, kann dieser Gefahr auf diese einfache, aber hochwirksame Methode gezielt entgegen gewirkt werden.

Selbstligierende Bracketsysteme

Das SmartClip-System ist grundsätzlich eine Multibracketapparatur, die genau wie konventionelle Bracketsysteme auf der sichtbaren Oberfläche der Zähne befestigt wird. Das einzelne Bracket allerdings zeigt deutliche Unterschiede zu denen der gängigen Systeme.

Durch ein in das Bracket integriertes Verschlusssystem ist es möglich, auf kleine Silikonringe, die sonst zur Fixierung des Drahtes nötig wären, zu verzichten. Unschöne Verfärbungen, Schmutzanlagerungen, aber auch erhöhte Reibungen zwischen dem Bracket und dem Bogen können somit verhindert werden. Durch die reduzierte Reibung können geringere Kräfte gewählt werden. Die Zähne bewegen sich deutlich schneller und die Behandlung ist für Zähne und Patient schonender. Große Zahnengstände lassen sich dadurch häufig ohne Zahnentfernungen leichter auflösen. Zusätzlich arbeitet das System mit speziellen hochelastischen Bögen. Das macht die Behandlung noch gewebeschonender und sorgt für kürzere Behandlungszeiten. Ihre Besuche in der Fachpraxis für Kieferorthopädie können in etwas großzügigeren Zeitabständen erfolgen.

Flex-Developer

Um ein gutes Ergebnis gerade bei der Positionierung des Unterkiefers zum Oberkiefer zu erreichen, ist man auf die Mitarbeit des Patienten und auf Wachstum angewiesen. Besteht nicht die Möglichkeit einer ausreichenden Tragezeit oder ist das Wachstum zu weit voran geschritten, bleibt als weitere Möglichkeit der Flex-Developer. Dieses von der Mitarbeit des Patienten unabhängige Gerät wirkt rund um die Uhr auf die Lage des Unterkiefers und forciert so die Entwicklung des Unterkiefers nach vorne, um eine bessere Abstützung der Zähne zueinander und somit auch eine bessere Kaufunktion herstellen zu können. Das Ergebnis wird daher schnell und sicher erzielt und ist gerade bei Patienten, bei denen das Wachstumsmaximum bereits überschritten ist, eine perfekte Lösung, um den Unterkiefer in die therapeutisch angestrebte Position zu bringen.

Gaumennahterweiterungsapparatur (GNE)

Die Gaumennahterweiterung ist eine weitere Alternative, um einen zu schmalen Oberkiefer zu erweitern. Dies ist immer dann notwendig, wenn der Oberkiefer in seiner Breite nicht zum Unterkiefer passt und sogenannte Kreuzbisse bestehen. Besonders bei einem so großen Missverhältnis beider Kiefer, das dazu führt, dass der Oberkiefer den Unterkiefer seitlich nicht mehr überlappt, ist eine solche Behandlung indiziert. Der Zahnarzt und der Kieferorthopädie sprechen dann von einem Kreuz- oder Kopfbiss. Die GNE wird fest an den oberen Seitenzähne befestigt und muss durch den Patienten bzw. dessen Eltern über einen relativ kurzen Zeitraum zweimal täglich gestellt werden. Das Stellen funktioniert über eine mittig über dem Gaumen liegende Schraube. Ist das Behandlungsziel erreicht, muss das Gerät noch einige Zeit im Kiefer verbleiben, um eine Stabilität der gewonnenen Oberkieferbreite gewährleisten zu können.

Retainer

Der festsitzende Retainer ist eine Stabilisierungsmaßnahme, die nach Abschluss einer kieferorthopädischen Behandlung besonders im Unterkiefer sinnvoll sein kann. Daneben gibt es verschiedene Formen von herausnehmbaren Retentions- oder Haltegeräten. Die einfachste Form ist eine einfache herausnehmbare Zahnspange im Ober- und Unterkiefer. Ästhetisch anspruchsvoller sind transparente Kunststoffschienen, sogenannte Essix-Retainer, die fast unsichtbar jeweils im Ober- und Unterkiefer in der Nacht getragen werden. Beim festsitzenden Retainer handelt sich um einen sehr kleinen Draht, der auf der Innenseite der unteren Frontzähne befestigt wird. So kann einem erneuten Engstand vorgebeugt werden. Dieser so genannte tertiäre Engstand tritt unabhängig vom Alter und auch unabhängig von einer kieferorthopädischen Therapie bei vielen Menschen auf. Ursächlich sind zum einen die enge Lage der Weisheitszähne, zum anderen aber auch die evolutionsbedingte Verkleinerung der Kiefer bei gleicher Zahnanzahl. Auch wird ein längeres Wachstum des Unterkiefers diskutiert, was zu einer verstärkten Kippung der Frontzähne und somit zu einem erneuten Auftreten von Platzmangel führt. Um diesen Mechanismen entgegen zu wirken, die die Mundhygiene erschweren und die Ästhetik stören würden, empfiehlt es sich, zusätzlich zu herausnehmbaren Retainern diese Stabilisierung einzusetzen.

Nach Beendigung der kieferorthopädischen Behandlung kann der Kieferorthopäde dann im Rahmen halbjährlicher Nachkontrollen die individuelle Situation beurteilen. Häufig liegt die Empfehlung, gerade bei erwachsenen Patienten, bei einer langanhaltenden Stabilisierung.

Pendelapparatur

Die Pendelapparatur ist eine festsitzende Zahnspange im Oberkiefer, die die Seitenzähne bei Platzmangel gezielt nach hinten bewegen kann. Sie dient der wirkungsvollen Platzbeschaffung z.B. bei einem starken Platzmangel für die Eckzähne. So kann heute in sehr vielen Fällen die Entfernung von bleibenden Zähnen vermieden werden. Alle Zähne im Oberkiefer können mit Hilfe dieses Gerätes und anschließender fester Zahnspange in den Zahnbogen eingeordnet werden. Die Pendelapparatur ist häufig die einzige Alternative zu der beim Patienten wenig beliebten „Außenspange“ mit Außenbogen und Nackenzug (Headgear), die meistens nur schlecht von den Kindern akzeptiert wird.

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